Der Bezirksrat möge beschließen:

Die Verwaltung der Region Hannover wird gebeten zu prüfen, ob ein Tunnel unter der Limmerstraße von der Spinnereistraße bis zum Westschnellweg technisch möglich, finanzierbar und wirtschaftlich darstellbar wäre. Hierzu sind die Kosten zu berechnen (aufgesplittet nach den zu erwartenden Zuschüssen vom Bund und dem Land Niedersachsen sowie von dem von der Region Hannover zu leistenden Anteil). Hierbei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die Stadtbahnzüge im Tunnel eine deutlich höhere Geschwindigkeit fahren könnten und dadurch eventuell auch die bisher fehlende Wirtschaftlichkeit für die Anbindung der Wasserstadt Limmer durch einen weiteren Stadtbahnzweig gegeben wäre.

Begründung:

Die Diskussion um die geplanten Hochbahnsteige auf der Limmerstraße ist in den vergangenen Monaten wieder verstärkt in den Fokus der BürgerInnen gerückt. Neben dem Erkennen der Notwendigkeit der Barrierefreiheit beim öffentlichen Nahverkehr für mobilitätseingeschränkte MitbürgerInnen/Eltern mit Kinderwagen etc. mischt sich bei vielen aber auch der Unmut über die Errichtung dieser Hochbahnsteige. Die in der Investition in der Tunnellösung zu erwartenden höheren Kosten würden voraussichtlich durch Bund und Land in einer Höhe von bis zu 75% der zu erwartenden Gesamtkosten bezuschusst. Sie würden sich mehrfach positiv im Stadtbezirk auswirken. Vorfälle im Umfeld der Limmerstraße, entstanden durch subjektiv empfundene unklare Verkehrssituationen mit zum Teil tragischen Folgen, würden dann möglicherweise stark minimiert werden oder gar gegen null tendieren. So wäre es ohne die Gleiskörper auf der Limmerstraße möglich, im Fahrbahnbereich eine separat ausgewiesene/abgetrennte, farblich markierte, breite Fahrradspur anzulegen, eine sogenannte Protected Bike Lane. Auch wäre dann die aktuell vorhandene Sturzgefahr durch die Stadtbahnschienen für Fahrradfahrer gebannt. Fahrzeugverkehr sollte dann im Längsverkehr lediglich für Anlieger, Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge und Lieferverkehr (zu ausgewiesenen Zeiten) möglich sein. Auch baulich wäre ein Ausschluss von nicht zulässigem Kraftfahrzeugverkehr möglich, eine „wirkliche“ Fußgängerzone mit integrierter vollwertiger Fahrradspur wäre möglich.

Gastronomen, Geschäftsinhaber/-betreiber, Haus- und Grundstückseigentümer hätten wieder die realistische Option ohne Hochbahnsteige zu planen und auch zukünftig ihre Objekte ohne neuerliche Umwege und Barrieren zu erreichen. Mit einem unter die Erde verlegten Stadtbahnverkehr und einem de Facto weitgehend reduzierten Kraftfahrzeugverkehr würde auch der Geräuschpegel auf der Limmerstraße verringert werden. Somit würde auch diese Maßnahme einen Teil zur Nachtruhe der Anwohner beitragen.

Durch eine dann mögliche Anbindung der Wasserstadt Limmer an das Stadtbahnnetz mit der durch den Tunnel verkürzten Fahrzeit könnte der Bau der Stadtbahn wirtschaftlich werden. Der Tunnel selbst könnte dann zukünftig von zwei Stadtbahnlinien befahren werden. Vor dem Hintergrund des nach Ansicht der limmeraner Bürger fehlenden Verkehrskonzeptes ein Schritt in die richtige Richtung, mehr Fahrgäste, jetzige und zukünftige, auf die Schiene zu bringen und somit die anderen Verkehrswege durch Zuzug neuer Mitbürger nicht noch mehr zu belasten, sondern zu entlasten.

Hierbei handelt es sich um Visionen die deutlich weniger einschneidend für das tägliche miteinander auf der Limmerstraße sind als die jetzt vorliegenden Planungen zu den drei Hochbahnsteigen an den Standtorten „Am Küchengarten“, „Pfarrlandstraße“ und „Ungerstraße“. Sollte es wider Erwarten nicht möglich sein, in naher Zukunft in die Planungen für einen Stadtbahntunnel einzusteigen, so würde ein positives Prüfergebnis auf jeden Fall mittel- bis langfristig eine Lösungsvariante für die Planung um die Limmerstraße darstellen.

Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung verschiedenster Geschehnisse in der Vergangenheit auf der Limmerstraße sollte es allen Beteiligten der Versuch wert sein, ernsthaft über diese Variante nachzudenken und die rege Diskussion spätestens nach dem Erhalt des Prüfergebnisses der Region Hannover im Sinne der Bürger des Stadtbezirks fortzuführen.