In der öffentlichen Bezirksratssitzung wurde der Antrag der CDU Linden-Limmer – einen Planungsdialog im Zusammenhang mit dem Abriss und dem Neubau der Dornröschenbrücke durchzuführen – einstimmig angenommen. Dabei umfasst der von Michael Klenke eingereichte Antrag nicht nur den Abriss und den Neubau, sondern auch den Bereich einer provisorischen Alternative zur Überquerung der Leine; während der Bauphase von etwa 1,5 Jahren. Zu den Beteiligten des Dialogs, welcher von der Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover durchgeführt werden soll, gehören u.a. die Anwohner*innen, der ADFC, der Fuss e.V. und der Stadtbezirksrat Nord.

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Der Bezirksrat möge beschließen:

Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover wird gebeten einen Planungsdialog mit Bürgerbeteiligung zum Neubau der Dornröschenbrücke sowie zur provisorischen Alternative zur Dornröschenbrücke während der Bauphase unter Beteiligung des Stadtbezirksrates Nord, des Stadtbezirksrates Linden-Limmer, der Anwohner*Innen, des ADFC, des Fuss e.V., der/des Schwerbehindertenbeauftragten der Landeshauptstadt Hannover und der Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover durchzuführen.Diese Bürgerbeteiligung soll zeitnah stattfinden und die Vorlage einer Beschlussdrucksache soll erst nach dem Abschluss des Beteiligungsverfahrens erfolgen.

Begründung:

Laut Inhalt der beantworteten Anfragen der Stadtbezirksräte Nord und Linden-Limmer (Nr. 15-2934/2020 F1 und Nr. 15-0284/2021 F1) ist bekannt, dass die Dornröschenbrücke voraussichtlich in den Jahren 2022/2023 über einen Zeitraum von etwa 1 1/2 Jahren neu gebaut werden muss. Die Dornröschenbrücke stellt eine wichtige Verbindung von Linden-Nord zur Nordstadt dar, die täglich von tausenden Bürger*Innen, insbesondere von Fahrradfahrer*Innen, genutzt wird. Eine Neugestaltung dieser Brücke sollte ebenso in einem breiten Konsens geplant werden wie die Gestaltung der Ersatzlösung für die Zeit des Abrisses und des Neubaus. Eine „Umleitung“ über die nicht mal halb so breite und heute schon voll ausgelastete Justus-Garten-Brücke ist zu Zeiten einer Pandemie (Abstand?) und vor dem Hintergrund der beabsichtigten Verkehrswende keine taugliche eine Alternative! Der kombinierte Fuß- und Radweg über die Schwanenburgbrücke, entlang des Westschnellweges, ist abgelegen von der eigentlichen Wegführung und erfährt auch momentan schon deutlich weniger Benutzerfrequenz im Vergleich zu den anderen beiden genannten Routen. Eine Akzeptanz als „Umleitung“ steht somit nicht zu erwarten.


Im September 2020 adressierte die Bürgerinitiative Wasserstadt Limmer ein Schreiben an den Herrn Oberbürgermeister Belit Onay, die Fraktionen im Rat der LHH und den Bezirksrat Linden-Limmer. In dem Schreiben wird um die Einrichtung einer Kommission des Rates (§ 44 GO) oder einen Beirat (§ 85 NKomVG) zur Entwicklung des Baugebietes Wasserstadt einschließlich der damit für den Stadtteil Limmer zusammenhängenden Fragen gebeten.

Ich frage die Verwaltung:

  1. Ist in der Zwischenzeit entschieden worden, in welcher Form und auf welcher rechtlichen Grundlage eine weitere Bürgerbeteiligung im Stadtteil Limmer zukünftig stattfinden soll, bzw. für wann mit einer Entscheidung gerechnet werden kann?
  2. Zu welchem Zeitpunkt ist eine weitere Bürgerbeteiligung zum Bauabschnitt der Wasserstadt Limmer und zu einem stadtteilverträglichen Verkehrskonzept vorgesehen?
  3. Welche Finanzmittel sind für eine weitere Bürgerbeteiligung im Stadtteil Limmer vorgesehen?

Im Februar ging ein Aufschrei durch den Stadtbezirk. Wegen der neuen Gebührenverordnung steigen die Kosten für die Straßenreinigung oft um 70 Prozent oder mehr. Anwohnerinnen und Anwohner sollen für eine Steigerung der Reinigungsintervalle zur Kasse gebeten werden, die rund um die Limmerstraße nur notwendig wird, weil Partytouristen die Straßen verunreinigen. Gegen diesen ungerechten und nicht nachvollziehbaren Vorgang organisierte die CDU Linden-Limmer eine groß-angelegte Protestaktion – mit vollem Erfolg.

Wir erhielten knapp 400 Protestschreiben von Menschen aus unserem Stadtbezirk, die sich gegen die fehlgeleitete Gebührenpolitik wehren möchten. Dieses klare Zeichen des Protests muss ein Umdenken im Rat der Stadt Hannover bewirken, damit die Menschen in Linden-Limmer entlastet werden. Die betroffenen Mieterinnen und Mieter sind sich zusammen mit der CDU Linden-Limmer einig: Die Kostenexplosion, die sich im nächsten Jahr auf der Nebenkostenabrechnung der Betroffenen ankündigt, ist nicht hinnehmbar.

Ein entsprechender Antrag der CDU-Ratsfraktion, welcher zum Ziel hatte, die Kostensteigerung zu reduzieren, wurde kürzlich von der Ampel-Koalition im Rat abgelehnt, ohne dass ein Gegenvorschlag im Finanzausschuss präsentiert wurde. Anstatt mit angemessenen und praktikablen Lösungen auf den klaren Protest der Bürgerinnen und Bürger zu reagieren, ignorieren SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP den Widerstand ohne einen klaren Weg nach vorne aufzuzeigen.

Für uns ist das Thema keineswegs erledigt. Die Protestschreiben geben uns Rückenwind, um den Druck auf die Politik aufrecht zu erhalten. Wir werden uns weiter mit Nachdruck für eine Entlastung der Bürgerinnen und Bürger einsetzen.

Der Bezirksrat möge beschließen:

Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover wird gebeten, den Marktbeschickern des
Wochenmarktes auf dem Lindener Marktplatz (regelmäßig dienstags und freitags, vor Feiertagen
gegebenenfalls abweichend) zeitnah, auch während der „Corona-Pandemie“ bzw. während des
„Corona-Lockdowns“, den Zugang zu den Rathaus-Toiletten zu ermöglichen, wie dieses noch vor
wenigen Wochen möglich war.

Begründung:

Laut gleichlautenden Schilderungen mehrerer Marktbeschicker des Lindener Wochenmarktes am
Lindener Markplatz wurden diese in der Vergangenheit durch die Verwaltung der Landeshauptstadt
Hannover mit Zugangsausweisen ausgestattet, die ihnen einen Zugang zu den Rathaus-Toiletten
(auch Samstags!) ermöglicht haben. Zeitnah zu dem aktuellen „Corona-Lockdown“ wurde diese
Zugangsmöglichkeit wieder genommen. Die Marktbeschicker klagen hinsichtlich der öffentlichen
Toilettenanlage am Lindener Marktplatz über „katastrophale hygienische Zustände“. Eine Anfrage der
CDU-Bezirksratsfraktion vom 30.01.2019 (Drs.Nr. 15-0123/2019 F1) hat seinerzeit offensichtlich zu
keiner dauerhaften Verbesserung der Zustände bei der besagten öffentlichen Toilettenanlage geführt.

Der Bezirksrat möge beschließen:

Die Verwaltung der Region Hannover wird gebeten zu prüfen, ob ein Tunnel unter der Limmerstraße von der Spinnereistraße bis zum Westschnellweg technisch möglich, finanzierbar und wirtschaftlich darstellbar wäre. Hierzu sind die Kosten zu berechnen (aufgesplittet nach den zu erwartenden Zuschüssen vom Bund und dem Land Niedersachsen sowie von dem von der Region Hannover zu leistenden Anteil). Hierbei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die Stadtbahnzüge im Tunnel eine deutlich höhere Geschwindigkeit fahren könnten und dadurch eventuell auch die bisher fehlende Wirtschaftlichkeit für die Anbindung der Wasserstadt Limmer durch einen weiteren Stadtbahnzweig gegeben wäre.

Begründung:

Die Diskussion um die geplanten Hochbahnsteige auf der Limmerstraße ist in den vergangenen Monaten wieder verstärkt in den Fokus der BürgerInnen gerückt. Neben dem Erkennen der Notwendigkeit der Barrierefreiheit beim öffentlichen Nahverkehr für mobilitätseingeschränkte MitbürgerInnen/Eltern mit Kinderwagen etc. mischt sich bei vielen aber auch der Unmut über die Errichtung dieser Hochbahnsteige. Die in der Investition in der Tunnellösung zu erwartenden höheren Kosten würden voraussichtlich durch Bund und Land in einer Höhe von bis zu 75% der zu erwartenden Gesamtkosten bezuschusst. Sie würden sich mehrfach positiv im Stadtbezirk auswirken. Vorfälle im Umfeld der Limmerstraße, entstanden durch subjektiv empfundene unklare Verkehrssituationen mit zum Teil tragischen Folgen, würden dann möglicherweise stark minimiert werden oder gar gegen null tendieren. So wäre es ohne die Gleiskörper auf der Limmerstraße möglich, im Fahrbahnbereich eine separat ausgewiesene/abgetrennte, farblich markierte, breite Fahrradspur anzulegen, eine sogenannte Protected Bike Lane. Auch wäre dann die aktuell vorhandene Sturzgefahr durch die Stadtbahnschienen für Fahrradfahrer gebannt. Fahrzeugverkehr sollte dann im Längsverkehr lediglich für Anlieger, Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge und Lieferverkehr (zu ausgewiesenen Zeiten) möglich sein. Auch baulich wäre ein Ausschluss von nicht zulässigem Kraftfahrzeugverkehr möglich, eine „wirkliche“ Fußgängerzone mit integrierter vollwertiger Fahrradspur wäre möglich.

Gastronomen, Geschäftsinhaber/-betreiber, Haus- und Grundstückseigentümer hätten wieder die realistische Option ohne Hochbahnsteige zu planen und auch zukünftig ihre Objekte ohne neuerliche Umwege und Barrieren zu erreichen. Mit einem unter die Erde verlegten Stadtbahnverkehr und einem de Facto weitgehend reduzierten Kraftfahrzeugverkehr würde auch der Geräuschpegel auf der Limmerstraße verringert werden. Somit würde auch diese Maßnahme einen Teil zur Nachtruhe der Anwohner beitragen.

Durch eine dann mögliche Anbindung der Wasserstadt Limmer an das Stadtbahnnetz mit der durch den Tunnel verkürzten Fahrzeit könnte der Bau der Stadtbahn wirtschaftlich werden. Der Tunnel selbst könnte dann zukünftig von zwei Stadtbahnlinien befahren werden. Vor dem Hintergrund des nach Ansicht der limmeraner Bürger fehlenden Verkehrskonzeptes ein Schritt in die richtige Richtung, mehr Fahrgäste, jetzige und zukünftige, auf die Schiene zu bringen und somit die anderen Verkehrswege durch Zuzug neuer Mitbürger nicht noch mehr zu belasten, sondern zu entlasten.

Hierbei handelt es sich um Visionen die deutlich weniger einschneidend für das tägliche miteinander auf der Limmerstraße sind als die jetzt vorliegenden Planungen zu den drei Hochbahnsteigen an den Standtorten „Am Küchengarten“, „Pfarrlandstraße“ und „Ungerstraße“. Sollte es wider Erwarten nicht möglich sein, in naher Zukunft in die Planungen für einen Stadtbahntunnel einzusteigen, so würde ein positives Prüfergebnis auf jeden Fall mittel- bis langfristig eine Lösungsvariante für die Planung um die Limmerstraße darstellen.

Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung verschiedenster Geschehnisse in der Vergangenheit auf der Limmerstraße sollte es allen Beteiligten der Versuch wert sein, ernsthaft über diese Variante nachzudenken und die rege Diskussion spätestens nach dem Erhalt des Prüfergebnisses der Region Hannover im Sinne der Bürger des Stadtbezirks fortzuführen.

Der Bezirksrat möge beschließen:

Der städtische Ordnungsdienst soll zukünftig an folgenden Tagen zu folgenden Zeiten eingesetzt werden: In den Monaten April bis einschließlich Oktober eines Jahres von Sonntag bis Donnerstag in der Zeit von 12.00-02.00h, Freitag und Samstag und vor Feiertagen von 12.00-05.00h. In den Monaten November bis März von Sonntag bis Donnerstag von 12.00-00.00h, Freitag und Samstag und vor Feiertagen 12.00-03.00h.

Der Ordnungsdienst soll grundsätzlich im ganzen Stadtbezirk Linden-Limmer eingesetzt werden. Der Schwerpunkt der Einsatzverwendung soll aber im Bereich der Limmerstraße, zwischen Limmerstraße und dem Faustgelände, dem Küchengarten (einschließlich Am Küchengarten und Umgebung) und Kötnerholzweg, sowie dem Ihmeufer am Ihmepark Linden-Süd (zwischen Parkplatz Deisterstraße 17 und Legionsbrücke) und Bereich Ricklinger Straße/Auestraße erfolgen.

Begründung:

Die Anwohnerinnen/Anwohner klagten während der Einwohnerfragestunden und teilweise auch darüber hinaus über Lärmbelästigung und einhergehende Verunreinigung durch „Partygänger“ vorwiegend im Bereich Linden-Nord (Limmerstraße/Faustgelände) und Küchengartenplatz. Aus dem „Umfeld“ der Methadonausgabe im Alten Lindener Rathaus werden weiterhin andauernde verstärkte Verunreinigungen an/auf Wegen und Grün-, Spiel- und Sportflächen gemeldet.

Der Bezirksrat möge beschließen:

Das zuständige Dezernat der Landeshauptstadt Hannover wird gebeten, unter Einbeziehung von Sozialarbeitern mit der hiesigen Skaterszene auf dem Küchengartenplatz Kontakt aufzunehmen. In einem Dialog mit dieser Szene soll erwirkt werden, die Angehörigen derselben auf Einhaltung der ausgeschilderten Nutzungszeiten hinzuweisen und mögliche Konsequenzen bei zukünftiger Nichtbeachtung aufzuzeigen.

Begründung:

Seit dem Umbau/der Verschönerung des Küchengartenplatzes gab es immer wieder Beschwerden von Anwohnern in Bezug auf Lärmbelästigung durch Skater. Um den Konflikt zwischen den genannten Betroffenen (Anwohner und Skater) in der Vergangenheit weitgehend zu befrieden gab es bereits in der Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 14.03.2007 (Drs.-Nr. 15-0534/2007) einen Interfraktionellen Antrag diesbezüglich, der Erfolg dieses Antrages lies im Laufe der Jahre immer mehr nach. Der heutige Antrag dient in erster Linie dazu, die in dem seinerzeitigen Antrag beschlossenen Nutzungszeiten erneut bei der Skaterszene zu kommunizieren, um einen weiteren eingeschränkten weiteren Verbleib vor Ort zu ermöglichen, aber auch mögliche Konsequenzen bei kategorischer Nichtbeachtung aufzuzeigen. Die Skater am Küchengartenplatz gehören nicht zu den Personen, die beispielsweise durch das sogenannte „Limmern“ im Stadtbezirk die Anwohner um ihren Schlaf bringen. Zu einer Stadt die sich als Europas Kulturhauptstadt 2025 bewirbt gehört auch eine Skaterszene, die nicht nur an entlegenen Orten „versteckt“ wird.

Der Bezirksrat möge beschließen:

Zur Planung und Ausgestaltung des Neubaues des Fössebades im Stadtteil Limmer, der dortigen Zukunft des Veranstaltungszentrums „Bei Chez Heinz“ sowie der Zukunft der Mitarbeiter des derzeitigen Betreibers des Fössebades, des Schwimmsportvereines „Waspo“, soll ein Runder Tisch einberufen werden, an dem neben Vertretern des Rates und Verwaltung der Stadt Hannover sowie Mitgliedern des Stadtbezirksrates Linden-Limmer auch Vertreter des Veranstaltungszentrums „Bei Chez Heinz“ und des Schwimmsportvereines „Waspo“ teilnehmen sollen.

Begründung:

Berichten zufolge soll der zukünftige Neubau des Fössebades in der Planung kein Freibad mehr beinhalten, sondern lediglich ein Hallenbad mit einem 50-Meter-Schwimmbecken. Dies würde die Vielfältigkeit und die Kapazität des Fössebades zukünftig deutlich, insbesondere im Sommerhalbjahr, einschränken und verschlechtern. Das Fössebad sollte zukünftig ein Sport- und Familienbad sein!

Die Zahl der Bewohner im Stadtteil Limmer wird in den nächsten Jahren deutlich anwachsen, die Wasserstadt Limmer sei hier nur exemplarisch als erfreulicher Grund dafür angeführt. Weiterhin wird seit Jahren durch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) berichtet, dass die Hälfte der Grundschüler in Niedersachsen nicht schwimmen könne, weil die Kommunen im Bereich der Schwimmbäder einsparen. Eine Kapazitätsminderung in einem etablierten städtischen Schwimmbad kann daher nicht nachvollzogen werden!

Vor nunmehr schon über zwanzig Jahren ist das Veranstaltungszentrum „Bei Chez Heinz“ in den Kellerräumen des Fössebades untergekommen und hat sich dort wie auch in dem Stadtteil selbst zu einer festen kulturellen Größe etabliert. Laut derzeitigen Medienberichten soll nach einem Neubau des Fössebades der Altbau (inklusive der Räumlichkeiten des „Bei Chez Heinz“) abgerissen werden. Ein wirklicher Grund, warum auch der Gebäudeteil, in dem das „Bei Chez Heinz“ seine Räumlichkeiten hat, abgerissen werden soll, wurde von Seiten der Stadtverwaltung bisher nicht veröffentlicht. Die Betreiber des „Bei Chez Heinz“ erarbeiten gerade mit Fachleuten ein bauliches Konzept zur Erhaltung der betroffen Räumlichkeiten.

Der Neubau des Fössebades soll nach Medienberichten als ÖPP-Projekt errichtet werden, bei dem die Stadt Hannover aus rechtlichen Gründen selbst als Betreiber auftreten muss. Der bisherigen Betreiber des Fössebades, der Schwimmsportverein „Waspo“, ist somit vermutlich außen vor. Nach Medienberichten ist im Gespräch, dass die Stadt Hannover die bisherigen 36 Badmitarbeiter zumindest teilweise übernimmt. Vor dem Hintergrund, dass es doch aber auch in einem neu erbauten Fössebad nicht an Sicherheit, Sauberkeit und Dienstleistung fehlen sollte ist nicht nachvollziehbar, warum die Stadt Hannover nicht allen Mitarbeiter ein Angebot für eine Übernahme machen sollte.

Der Bezirksrat möge beschließen:

Der Platz zwischen der Velvetstraße und der Pfarrlandstraße erhält die Benennung „Ehepaar-Rüdenberg-Platz“ und wird mit dieser Namensgebung dem Ehepaar Margarethe und Max Rüdenberg gewidmet.

Begründung:

Max Rüdenberg, Jg. 1963, erwarb den Komplex Schwanenburg und gründete am Ufer der Leine eine Bettfedernfabrik.

Die Familie Rüdenberg wohnte mit ihren beiden Kindern Eva und Ernst in ihrem Wohnhaus in der Wunstorfer Straße 18.

Von Juni 1904 bis Mai 1929 gehörte Max Rüdenberg als Schatzmeister dem Vorstand des sogenannten Warteschulvereines in Limmer (heute: Kinder- und Jugendheim Limmer) an. Von 1909 bis 1919 war Max Rüdenberg zum Bürgervorsteher der Stadt Linden für Limmer gewählt. Von 1920 bis 1925 war Max Rüdenberg Mitglied des Rates der Stadt Hannover. Im Jahr 1916 gehört Max Rüdenberg zu den Gründungsmitgliedern der Kestnergesellschaft in Hannover.

Im Jahr 1936 emigriert der Sohn Ernst mit seiner Ehefrau nach Kapstadt, die Tochter Eva emigriert 1939 nach der Progromnacht im November 1939 mit Ihren drei Kindern nach England. Im Jahr 1941 muss das Grundstück Wunstorfer Straße 18 durch das Ehepaar Rüdenberg erheblich unter Wert an die Stadt Hannover zwangsverkauft werden, das Ehepaar muss in eines der sogenannten „Judenhäuser“ der Stadt Hannover in der Wunstorfer Straße 16a umziehen. Mit Verfügung vom 01.Juli 1942 geht das gesammte Vermögen des Ehepaares Rüdenberg in den Besitz des Deutschen Reiches über.

  • Am 23.Juli 1942 wird das Ehepaar in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.
  • Max Rüdenberg verstarb dort am 26.September 1942.
  • Margarethe Rüdenberg, geb. Grünberg, Jg. 1879, verstarb dort am 19.November 1943.

Anmerkung:

Im hannoverschen Stadtteil Seelhorst ist bereits eine Straße „Rüdenbergweg“ benannt. Diese Widmung erfolgte 1989 zu Ehren von Reinhold Rüdenberg (*1883-+1961), einem Elektrotechniker aus Hannover. Reinhold Rüdenberg war ein Cousin von Max Rüdenberg und musste aufgrund seines jüdischen Glaubens 1935 nach Großbritannien emigrieren.
Aufgrund der deutlich unterschiedlichen Straßenbezeichnungen, „Rüdenbergweg“ und „Ehepaar-Rüdenberg-Platz“ sollte eine zukünftige Verwechselung der beiden Örtlichkeiten ausgeschlossen werden können.